Leading the "New Normal": Wenn sich alte Glaubenssätze verabschieden



Unbestritten haben die Folgen der Covid-19-Pandemie uns alle betroffen und damit verändert: Vertraute Gewissheiten und Gewohnheiten, die in der Führungspraxis Halt und Sicherheit gaben, sind vielerorts obsolet geworden. Und so befinden sich Führungskräfte, die gerade Ihre Mitarbeitenden in eine neue Normalität führen sollen, vor wenig bekannten Herausforderungen.

Was ist New Normal?

„New Normal“ ist für mich ein Begriff, der mit Sehnsucht und Ängsten gleichermaßen gefüllt ist. Einerseits die Sehnsucht nach einem guten, neuen und kooperativen Miteinander und andererseits gefüllt mit Ängsten vor Ansteckung, Distanz und Verlusten. Wie die neue Welt der Arbeit funktioniert, wird gerade sichtbar.

Alte Glaubenssätze verabschieden sich

Handlungsleitende Glaubenssätze, die im Arbeitsleben implizite und explizite Gewissheiten transportieren, wurden in den letzten Monaten widerlegt. So entstehen gerade neue Überzeugungen und Gewissheiten, die der neuen Zukunft entsprechen. Die Liste der widerlegten Glaubenssätze ist lang:

Präsenz

„Nur wer, präsent ist, arbeitet produktiv“. Zahlreiche Studien belegen, dass durch Arbeit aus dem Homeoffice Produktivität sogar gesteigert werden konnte.

Perfektion

„Nur was perfekt ist, ist gut"- funktioniert in der Krise nicht. Entscheidungen müssen schnell und unter viel Ungewissheit getroffen und immer wieder neu justiert werden.

Autorität

„Nur, wer autoritär ist, kann durch eine Krise führen“. Zählen in Krisenzeiten direktive Ansagen und klare Vorgaben zur ersten Wahl der Führungsrepertoires, war und ist Empathie jetzt in der virtuellen und dezentralen Führung zu einer der wichtigsten Qualitäten geworden.

Digitale Generation

„Digital ist nur was für Junge“. Durch die Zusammenarbeit im ausschließlich digitalen Modus, mussten alle Mitarbeitenden ihre digitalen Kompetenzen schnell aufbessern. Somit sind alle 4 Generationen im virtuellen Arbeiten angekommen.

Output

„Nur wer lange arbeitet, leistet viel“. Lange Arbeitszeiten verbessern nicht das Ergebnis und führen nicht zu mehr Produktivität. Vielmehr liegt der Fokus auf flexible Zeiteinteilung, in denen gut und fokussiert gearbeitet werden kann, egal zu welcher Tageszeit.

Kontrolle

„Kontrolle ist besser als Vertrauen“. Kontrolle der Mitarbeitenden im Homeoffice führte in den USA zum akuten Anstieg bei Spy-Softwarekäufen. Das blieb in Europa weitgehend aus. Verstärkte Kommunikation im Shutdown half Mitarbeitenden und Führungskräften Vertrauen zu halten oder sogar zu stärken.


Mit Sicherheit werden sich weitere Glaubenssätze im Laufe der nächsten Monate verabschieden. Und das ist gut so. Es entstehen so neue Praktiken und Überzeugungen, die wir für die neue Arbeitswelt so dringend benötigen.

Was benötigen Führungskräfte in dieser Zeit, in der sie Ihre Mitarbeitenden aus dem Homeoffice der vergangenen Monate, in die neue Normalität führen?

Zukunftsqualitäten stärken

Ambiguitätstoleranz

Dies bedeutet mit Mehrdeutigkeit oder Vorläufigkeit umgehen zu können. Den Mitarbeitenden Interpretation und Beurteilung der Lage zu geben und darauf zu verweisen, dass man Schritt für Schritt gehen muss.

Chancenintelligenz

Diese Krise bietet auch Chancen, mit vielen alten Prozessen abzuschließen und neue Formen des Zusammenarbeitens zu testen. Viele Führungskräfte haben experimentiert oder waren gezwungen, Neues auszuprobieren. Vielen wurden dabei die Grenzen der digitalen, aber auch der persönlichen Zusammenarbeit bewusst.

Mehrere Zukünfte denken

In nicht eindeutigen Zeiten bewährt sich aus strategischer Sicht, Szenarien für die Zukunft zu bauen, um robust und agil möglichen neuen Disruptionen gewachsen zu sein.

Weiterlesen:

Susanna Wieseneder : Das Leadership Alphabet Erfolgscodes für heute und morgen


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